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Ende 2005 nahm die Restaurierung seinen Lauf.
Eigentlich als "rolling Restauration" von hinten nach vorne gedacht, habe ich immer mehr gleichzeitig zerlegt...



Immer wieder kam das Studium dazwischen.



Diese Fotos sind nun ab 2007 aufgenommen, als ich den Beschluss gefasst hatte, eine Vollrestaurierung daraus zu machen. Der Zustand war nicht schlecht, aber seht selbst:
Der Motor wurde von mir ja bereits 2005 schon mal aus dem Auto raus geholt. Ich musste aber lediglich die Kurbelwelle polieren und die unteren Pleuelaugen ausbohren lassen.




Um den Motor herum waren mehrere Schichten Unterbodenschutz zu finden.
Überall über ältere Schichten drübergespritzt.
Der Dreck wurde vorher nicht entfernt
und wurde somit Teil des Unterbodenschutz.
Die Substanz war ein Auto,
das sein Leben lang in Schuss gehalten wurde,
sehr große Reperaturen wurden nie getätigt.
Mal sehen, was sich unter der "Patina" befindet...
Im Innenraum (Koffer- und Fußraum) war das Blech teilweise stark angerostet. Ich habe mich aber dazu entschieden diese Substanz nicht heraus zu schneiden. Statt dessen wurde das Blech gründlichst abgeschliffen, die letzten Poren mit Rostumwandler behandelt und dann grundiert.
August 2007
Ja ja, der Unterbodenschutz auf Bitumenbasis ist nach Jahrzehnten nicht mehr zu gebrauchen. Da helfen auch multiple Schichten nicht, denn die unteren Schichten waren ausgehärtet und Feuchtigkeit wanderte darunter entlang.
Das führte zu großflächiger Anrostung.
Aber wie auch im Innenraum genügt penibles Saubermachen und sorgfältiges Versiegeln der betroffenen Stellen. Ein paar Jahre später wären diese Stellen wohl durch gewesen.
August 2008 - Sommersemesterferien
Auch hier zeigt sich dasselbe Bild wie weiter oben:
Ausgetrocknete Schichten von Unterbodenschutz.
Grob kann das meiste mit einer Spachtel und etwas Kraft abgekratzt werden. Ätzende Arbeit.
Der Eimer rechts ist nur eine "Kostprobe".
Der Rückbau des Buckels geht weiter.
Um Zugang zu mehr Unterboden zu schaffen,
kommt die Hinterachse raus.
Endlich! Ein sauberer Unterboden!
Hat einige Schleifwerkzeuge und viel Geduld gekostet.

Aber die Substanz ist über alle Zweifel erhaben:
Ich musste lediglich zwei Streichholzschachtel-große Bleche einschweißen. Waren aber auch keine neuen Löcher,
sondern die Verbessuerung von früheren Reparaturen.

Der Rest wurde wie folgt behandelt:
Wo man den Rost mit Schleifmitteln nicht erreicht,
in den Poren, kommt Rostumwander zum Einsatz.
Einwirken lassen und danach abwaschen, versteht sich.
Grundierung mit Rolle aufgetragen.
Diese Arbeit ist echte Entspannung für die Seele.
Und noch die Übergänge zu den Falzen versiegeln.
Da kommen ein paar Meter zusammen.
Als letztes dann noch den Decklack drauf.
Er wird nicht in Wagenfarbe überlackiert.
So (hoffe ich) kann man Beschädugungen besser entdecken.
Das Hinterachsgetriebe wurde durch die Öffnungen im Gehäuse inspiziert und für gut befunden.
Es wurden dann die Bremsen kontrolliert
und mit ein paar Neuteilen fit gemacht,
dann alles ordentlich blank "geputzt"
und mit einer schönen, schwarzen Schutzschicht überzogen.





Brandneue Bremsleitungn, Bremsschläuche
Stoßdämpfer und Fangbänder runden die Sache ab.
Viel mehr ist dann aber auch schon gar nicht dran.
Also dann: rein damit!
Nun beginnen die schönen Arbeiten.

In dieser Form kann man die Karosserie übrigens alleine an einem Ende gut anheben. Drei oder vier Mann könnten sie locker tragen, denke ich. Besser sind aber Räder.
So aufgebockt, wird die Front duch die Hinterachse ganz schön leicht. Diese ist aber noch nicht ganz fertig.






Da es ohnehin wieder regnet, kann ich mich in der Garage
der Vorderachse widmen, zumindest derer Einzelteile.
Metallbaukasten: "Vorderachse PV544"
Ich habe keine Ahnung wie ich bei diesem Zusammenbau
und dem vorherigen Herrichten der Teile nicht bemerkt habe, dass die Achsschenkelbolzen auf beiden Seiten gnadenlos ausgeschlagen waren...
Das sollte mir später noch etwas Stress bereiten...
1x Vorderachse einbaufertig, bitte ! 
Gut, wenn man das richtige Werkzeug hat :-) 
ohne Worte 
Mittlerweile ist es November 2008.
Es wurden noch die Kühlermaske und die Stehbleche lackiert und eingebaut, danach der Karren wieder zum Laufen gebracht. So wie er also da steht,
war er schon voll fahrbereit.
Das Studium muss zu Ende gebracht werden,
also wird der Volvo für die nächste Zeit eingemottet.
lange nichts 
März 2011. Endlich!
Der Buckelvolvo zieht mir 300km weit nach Bayern nach.
Dort wartet eine auf Dauer gemietete Werkstatt auf ihn.
Welch krasser Luxus! Man kann das Werkzeug liegen lassen und muss den Volvo nicht vor Wassereinbruch schützen.
Und zudem kann man heizen. Wahnsinn!
Ich habe dann noch die Schweißarbeiten erledigt,
diese hielten sich aber glücklicherweise in Grenzen.
Im ganzen Auto habe ich vielleicht eine Fläche von drei Postkarten neuem Blech verarbeitet.
Die "neue" gebrauchte Türe, die meine durchgerostete ersetzen sollte, war anscheinend doch gar nicht so toll.
Später wird wieder die originale Türe verwendet.
November 2012
Ganz grob habe ich die Blechteile noch angepasst.

 
Dann ging es ab zum Karosseriebauer.
Dieser hat mich schwer enttäuscht und mich auch finanziell ziemlich über den Tisch gezogen. Von der ursprünglichen Aussage "wenn ich fertig bin, braucht der Lackierer keine Spachtelmasse mehr" war nicht mehr viel übrig.
Das hätte ich selber besser machen können.
Dezember 2013


Also wurde der Lackierer beauftragt das Ganze noch zu retten, was er dann für einen saftigen Aufschlag auch tat.
Zwischendurch ließen sich doch noch generalüberholte Sitze auftreiben, denn ich hatte nur einen originalen Sitz.
Danke hier an das Forumn der volvoniacs und dessen Mitglieder, die dies möglich gemacht haben.
"Neu aus der Dose" könnte man diese Fotos nennen.
Es ist aber überwältigend, ein solches Ergebnis zu sehen, nachdem der Buckel viele Jahre lang mit kaputtem Lack ausharren musste.

15. Februar 2014
Eine ganz schöne Stange Geld ärmer habe ich nun meinen gut bis sehr gut lackierten Buckel zurück. Die Farbe war erstmal ein Schock, da diese natürlich viel stärker war, als der über 50 Jahre lang ausgeblichene Originallack.
Der Farbton ist aber richtig klasse, ich steh total drauf!
Na das sieht doch schon gut aus!

Alle Karosserieteile sind dran,
die Scheiben und der Himmel drin.
Nun ja, das eine oder andere geschulte Auge wird noch viel Handlungsbedarf auf dem Foto erkennen.

Hier habe ich nun die ausgeschlagenen Achsschenkelbolzen bemerkt. Also raus damit und zum Spezialisten einschicken.
Hoffentlich kommen sie rechtzeitig wieder zurück.
Das taten sie auch, zwei Tage vor der ersten Ausfahrt...
Die erste Ausfahrt zum Testen der Bremsen!
Test bestanden!

Seit der Buckel vom Lackierer zurück ist, sind sechs Wochen vergangen, in denen ich fast jeden Abend nach der Arbeit nochmal drei bis fünf Stunden in der Werkstatt war.
   
Vor der Hochzeit habe ich dann noch ein paar Test-Kilometer gesammelt und den Motor nochmal ordentlich eingestellt.
Dann ließ ich noch die Vorderachse einstellen, damit wir auch ordentlich gerade aus fahren können.

Die Trauung und die Feier des Hochzeitspaares haben wir dann alle zusammen sehr gut hinbekommen.
Es hat mich sehr geehrt (neben der schönen Aufgabe, Trauzeuge sein zu dürfen) die beiden chauffieren zu können.
Und ganz kitschig: nach der Trauung gab es auch Blechdosen hinterm Auto. Weil man würde ja sonst gar nicht auffallen.

Ein bisschen Verschnitt habe es aber auch: Einen Kratzer wegen den Belchdosen
und ein bisschen abgeschlagenen Lack an der Fahrertüre. Das war ich aber selber :-)


Wieder wohl behalten zu Hause angekommen, stelle ich mit Schrecken fest, dass seit der Zulassung (vor zwei Wochen) über 3000km mehr auf dem Tacho stehen. Scheint sich zu bewähren.

Fertig ist der Buckel aber noch nicht:
- Zierleisten (Scheiben) einbauen
- Scheiben abdichten
- Unterboden mit Wachs versiegeln
- Innenkotflügel einbauen
- Hupe ist tot (korrodierte Kontakte in der Hupe)
- Dichtungen der Dreiecksfenster erneuern
- Antriebsstrang checken (doofes Geräusch bei etwa 90km/h)
- und ...
- und ...
- und ...
Also alles Kleinigkeiten. Das wird im Winter 2014/2015 gemacht.
Und dann geht es zum Gutachter. Wertgutachten für die Versicherung.

 



 
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